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UMTS – Was ist das?

Die Abkürzung UMTS steht für „Universal Mobile Telecommunication System“ und beschreibt eine Mobilfunktechnik, die ursprünglich den Vorgänger GSM (Global System for Mobile Communication) komplett ablösen sollte. Soweit ist es aber aufgrund von Schwierigkeiten mit der kompletten Umstellung des Funknetzes, der Weiternutzung von Geräten, die UMTS nicht unterstützen und neuen Entwicklungen wie LTE (Long Term Evolution) nie gekommen. UMTS ist eine Technik zur mobilen Datenübertragung von einem Endgerät (Smartphone, Tablet, Surfstick am Laptop) in ein mit dem Internet verbundenen Funknetz. Die Technik wird auch verallgemeinert gemeinsam mit anderen Übertragungsstandards als 3G (3. Generation) bezeichnet.

Übertragungsgeschwindigkeit und Anzeige auf dem Smartphone

Mit UMTS sind Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 384 KBit/s möglich (bis 42 MBit/s bei dem neueren HSDAP+ auf Basis der UMTS Technik). Aufgrund der beschränkten Bandbreite der Sendefrequenzen und der stark gewachsenen Nutzerpopulation in den Funknetzen, die neben Telefonie auch internetbasierte Dienste und APPs verwenden, wird diese Geschwindigkeit aber selbst in mit Funkzellen gut versorgten Großstädten nur selten erreicht. In der Praxis ist eher mit Übertragungsraten von um die Im Schlimmsten Fall fällt die Übertragungsrate sogar auf den Vorgängerstandard GSM zurück, wenn das Netz stark belastet ist. Neben der Netzauslastung spielen die Entfernung zum nächsten Sendemast und die Bewegungsgeschwindigkeit eine Rolle. Auf Android basierten Smartphones wird die Nutzung von UMTS in der Statusleiste meist mit „H+“ angezeigt, bei iPhones mit „3G“.

Unterstützte Dienste

Die Verwendung von UMTS ermöglicht dem Endnutzer im Vergleich zu GSM und GPRS einen deutlich ausgeweiteten Zugriff auf verschiedene Telekommunikations- und Internetdienste. UMTS erlaubt:

  • Videotelefonie/ -konferenz
  • Internetzugang und Dienste
  • Musik und Video on Demand
  • mobiles Radio und Fernsehen
  • Navigation (GPS basiert)

Auch wenn die Übertragungsraten schwanken, bietet standardmäßiges UMTS eine fast alle Bedürfnisse abdeckende Möglichkeit des mobilen Internetzugangs, vom E-Mails lesen und verschicken, surfen bis zum shoppen im Internet. Problematisch sind lediglich sehr Daten-intensive Anwendungen wie manche Online Spiele oder HD Videostreaming. Zudem ist seit einem erfolgreichen Hack im Jahr 2014 bekannt, dass UMTS Verbindungen nicht komplett sicher sind. Die Netzbetreiber arbeiten zwar daran, die Sicherheitslücke zu schließen, allzu sensible Daten sollte man aber nicht unbedingt per UMTS versenden, auch wenn es allein aufgrund der Zahl der Nutzer höchst unwahrscheinlich ist, dass Ihre Verbindung zu irgendeinem Zeitpunkt von solch einem Hack betroffen sein sollte.

Multi-Call und Dual Mode

Anders als bei dem Vorgängerstandard GSM bzw. GPRS (auch als 2G bezeichnet) hat man bei UMTS die Möglichkeit parallel verschiedene Anrufe zu handhaben. Dies macht insbesondere Telefonkonferenzen möglich. Zudem unterstützt UMTS als erster 3G Standard das parallele Nutzen von Internet und mobiler Telefonie. Dies wird als Dual Mode bezeichnet und erhöht Erreichbarkeit und Komfort der mobilen Kommunikation.

UMTS Netzausbau

Das UMTS aller großen Anbieter ist gut ausgebaut und weist lediglich in spärlich besiedelten ländlichen Regionen einige weiße Flecke auf. Durch die Einführung von 4G Technologie wie LTE wird der Ausbau auch nicht weiter vorangetrieben. Bei der Telekom ist die Netzabdeckung für Basis LTE (bis 50MBit/s) inzwischen sogar besser als für UMTS. Dabei ist zu beachten, dass die Datenübertragungstechnologien alle abwärts kompatibel sind. Sollten Sie sich mit einem UMTS Gerät also mal in einem Gebiet befinden, indem dieses nicht verfügbar ist, greift ihr Gerät automatisch auf den Vorgängerstandard GPRS zurück, solange dieser verfügbar ist. Natürlich geht damit auch die für GPRS typische, langsamere Datenübertragungsrate einher.

Vor- und Nachteile von UMTS

Im Moment überwiegen noch die Vorteile von UMTS. Das Netz ist Deutschlandweit gut ausgebaut und die Übertragungsgeschwindigkeiten reichen für die gängigsten Internetanwendungen aus. Auch wenn mit dem auf UMTS basierenden HSDAP (und HSDAP+) inzwischen Übertragungsraten möglich sind, die an schnelle DSL Verbindungen heranreichen und alle Bedürfnisse abdecken sollten, haben die Telekommunikationsunternehmen ihre Netze inzwischen schon beinahe flächendeckend auf LTE bzw. 4G (vierte Generation) umgebaut. Auf längere Sicht lohnt sich daher die Umstellung auf die neuen Standards und ein LTE fähiges Gerät, mit denen schon Übertragungsraten von über 100 MBit/s angeboten werden. Das Netz für diese ultra High-Speed Verbindungen ist aber bislang auf die Ballungszentren begrenzt.

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