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Datenautomatik deaktivieren

Ein großer Teil der Mobilfunkanbieter hat in seine Tarife eine sogenannte Datenautomatik eingebaut. Was sich für den Laien erst einmal gut und vielversprechend anhören mag, sorgt in der Praxis jedoch leider immer wieder für handfesten Ärger. Denn im Klartext steht hinter dem wohlklingenden Begriff nichts anderes, als dass der Kunde nach dem Verbrauch des im gebuchten Tarif verbrauchten Datenvolumens noch einmal extra zur Kasse gebeten wird. Die Telekommunikationsunternehmen verdienen so eine nette Summe extra, obwohl viele Kunden eher aus Unwissenheit in diese Situation hineingeraten. Doch welche Möglichkeiten gibt es, gegen die Automatik vorzugehen? Kann man als Kunde die Datenautomatik deaktivieren? Und wenn ja, wie funktioniert das bei den einzelnen Anbietern? In unserem ausführlichen Artikel gibt es nicht nur alle wichtigen Fakten zum Thema, sondern auch konkrete Handlungsanleitungen für alle Anbieter, wie sich jeweils die Datenautomatik deaktivieren lässt – sofern dies denn möglich ist.

Was ist eine Datenautomatik?

Das Prinzip der Datenautomatik verfolgt vom Grundsatz her durchaus ein sinnvolles Ziel. Um dies jedoch komplett nachvollziehen zu können, ist ein kleiner Exkurs nötig. Datenautomatiken finden sich vor allem bei Providern mit sehr kostengünstigen Mobilfunktarifen, die meist das o2-Netz nutzen. Auch bei Vodafone gibt es jedoch entsprechende Tarife, bei denen dies der Fall ist. Eine Ausnahme stellt lediglich das Telekom D1 Netz dar, welches keine Datenautomatik kennt. Einfach gesagt verbirgt sich hinter der Datenautomatik folgendes: Wo sonst ab dem Erreichen des im jeweiligen Tarifs enthaltenen Inklusivvolumens eine gnadenlose Drosselung erfolgt, kann jetzt automatisch mit voller Geschwindigkeit weitergesurft werden. Endlich kein lahmes Internet mehr nach dem Erreichen der Volumengrenze, das klingt doch eigentlich fantastisch und nutzerfreundlich? Der Haken an der Sache ist jedoch, dass das zusätzliche Datenvolumen zum Surfen natürlich nicht umsonst vom Mobilfunkanbieter zur Verfügung gestellt wird. Schon für 100 MB extra können einige Euro on top anfallen. Bei bis zu dreimaligem Nachbuchen im Rahmen einer Datenautomatik kann dies schon erhebliche Zusatzkosten für den Handynutzer bedeuten.

Die rechtlichen Grauzone

Schon von Anfang an ist die Datenautomatik durch ihre fehlende Transparenz für den Kunden Verbraucherschützern ein Dorn im Auge. 2014 von E-Plus im Rahmen der BASE-Tarife als servicetechnische Errungenschaft präsentiert, hagelte es direkt Kritik und sogar eine Abmahnung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Trotzdem bieten diverse Anbieter immer noch solche Tarife an. Obwohl die entsprechenden Provider bereits beim Vertragsabschluss darauf hinweisen, bewegen sie sich gewissermaßen in einer rechtlichen Grauzone. Beispielsweise gab es ein Urteil des Landgerichts München, das einer Unterlassungsklage der Verbraucherzentrale gegen Telefonica stattgab. Das hinter der Marke o2 stehende Mobilfunkanbieter aus Spanien holte zur Gegenoffensive aus – auf Dauer wird sich zeigen, ob die Praxis Bestand haben wird.

Leistungsstärkere Tarife als dauerhafte Alternative

Ganz egal, wie es in rechtlicher Hinsicht sich auch darstellen mag, wer als Verbraucher merkt, dass er regelmäßig mit dem Inklusivvolumen seines Handytarifs nicht auskommt, der sollte unbedingt über den Wechsel in einen leistungsstärkeren Tarif mit mehr Datenvolumen nachdenken. Denn das ständige Hinzubuchen von Volumen durch eine Datenautomatik ist ganz einfach ein im Vergleich unnötig teures Vergnügen und rechnet sich unter dem Strich auf keinen Fall.

Datenautomatik deaktivieren und Geld sparen

Auch wenn ein Tarif mit Datenautomatik gebucht wurde, bedeutet dies nicht, dass der Kunde ständige Zusatzkosten einfach hinnehmen muss. Denn wer weiß, wie es geht, der kann die Datenautomatik deaktivieren und auf diese Weise bares Geld sparen. Während beispielsweise die automatische Datennutzungswarnung der meisten Smartphones dabei helfen kann, durch eine ungefähre Orientierung den Datenverbrauch im Auge zu behalten, hilft am Ende nur das Datenautomatik deaktivieren, wenn auf Nummer sicher gegangen werden soll.

Datenautomatik deaktivieren – nicht immer möglich

Nicht bei allen Mobilfunktarifen ist eine Deaktivierung der Datenautomatik möglich. Insbesondere bei einigen Tarifen aus dem Hause Drillisch heißt es inzwischen „Die Datenautomatik ist fester Tarifbestandteil“. Steht dies im Vertrag, dann bleibt dem Kunden nichts anderes übrig, als im Zweifelsfall den Provider zu wechseln, wenn festgestellt wird, dass das Datenvolumen Monat für Monat nicht genügt.

Ein Anbieter, der in Sachen Datenautomatik besonders im Fokus steht, ist Drillisch. Das Mobilfunkunternehmen mit Sitz im hessischen Maintal steht hinter einer ganzen Reihe von Marken wie etwa winSIM, Simply oder DeutschlandSIM. Sie alle zeichnen sich durch auf den ersten Blick nahezu konkurrenzlos günstige Konditionen aus. Wer jedoch dauerhaft mehr im mobilen Internet surft, als es das Inklusivvolumen hergibt, der zahlt automatisch einiges drauf. Bei Drillisch-Tarifen sollte also besonders genau hingesehen werden und im Zweifelsfall heißt es hier stets Datenautomatik deaktivieren, ehe diese einen teuer zu stehen kommt. Eines muss man dem Provider allerdings zu Gute halten: In der Regel erfolgt eine Ankündigung via SMS, wenn weiteres Datenguthaben nachgebucht wird.
Blau.de, das zur Telefonica Gruppe gehört, ist einer jener Anbieter, die das Datenautomatik aktivieren nicht mehr zulassen. Da die Automatik ein fester Vertragsbestandteil sein soll, gibt der Provider seinen Kunden keinerlei Möglichkeit, sie zu deaktivieren, zu kündigen oder abzuschalten. Eine Nachbuchung von Datenvolumen erfolgt bis zu drei Mal im jeweiligen Monat, wonach eine Drosselung auf maximal 64 Kbit/s erfolgt. Wer sich für die Tarife Blau M oder Blau L entscheidet, zahlt je 100 MB 2 Euro extra. In den Tarifen Blau Allnet L und Blau Allnet XL sind es 3 Euro pro 250 MB. Bei Fragen lässt sich der Blau.de Kundenservice via Chat oder telefonisch von Montag bis Freitag (8 bis 20 Uhr) kontaktieren: 01806 200240.
Sollte die Datenautomatik im vorliegenden Fall (noch) nicht fester Vertragsbestandteil sein, gibt es bei der Drillisch-Marke DeutschlandSIM die Möglichkeit, sie zu deaktivieren. Dies geht online in der persönlichen Servicewelt, auf schriftlichem Wege oder telefonisch: 06181-7083093. Wer sich gegen das Datenautomatik deaktivieren entscheidet, der zahlt pro 100 MB 2 Euro extra. Nachgebucht wird bis zu drei Mal im entsprechenden Abrechnungszeitraum.
Auch bei HelloMobil, ebenfalls eine Marke von Drillisch, gilt: Sofern die Datenautomatik nicht bereits ein fester Bestandteil des Tarifs ist, kann der Kunde über die persönliche Servicewelt im Netz, schriftlich oder telefonisch (06181-7083025) diese deaktivieren. Andernfalls fallen Extrakosten von 2 Euro pro 100 MB an und die Nachbuchung erfolgt bis zu drei Mal im Monat.
Die maXXim Datenautomatik deaktivieren lässt sich per Mausklick in der persönlichen Servicewelt, au schriftlichem Wege sowie per Telefon. Zuständig ist die Hotline von Drillisch, die unter 06181-7083020. Achtung: Eine Kündigung der Datenautomatik ist nur möglich, wenn sie nicht fester Tarifbestandteil ist. Die Zusatzkosten betragen 2 Euro pro 100 MB, drei Mal im Monat kann der Anbieter nachbuchen.
Bei McSim, einem Angebot der Drillisch-Gruppe, ist das Deaktivieren der Datenautomatik nur in manchen Tarifen möglich. Es gilt also auf die Tarifbeschreibungen zu achten. Ist eine Kündigung möglich, dann geht dies online über die persönliche Servicewelt, auf schriftlichem Weg oder telefonisch durch einen Anruf bei der Nummer 06181-7083060. Die anfallenden Zusatzkosten sind bei McSim ebenfalls nicht einheitlich geregelt. So sind es bei manchen Tarifen 2 Euro für 100 MB bei einer bis zu dreimaligen Nachbuchung pro Monat, bei anderen Tarifen werden pro weiterem MB 5 Cent in Rechnung gestellt. Dies gilt für die Tarife LTE Mini sowie LTE Mini Plus.
Als Kunde von Smartmobil ist eine Kündigung der Datenautomatik, sofern diese kein feste Tarifbestandteil ist, wie bei den Drillisch-Marken üblich über die persönliche Servicewelt im Internet möglich. Alternativ dazu kann die Kündigung schriftlich eingereicht werden oder telefonisch erfolgen. Die Nummer der Hotline lautet: 06181-7083030. Wird nicht gekündigt oder ist dies im jeweiligen Tarif nicht möglich, dann fallen Zusatzkosten von 2 Euro pro 100 MB an. Eine Nachbuchung erfolgt bis zu drei Mal im Monat.
Die Datenautomatik deaktivieren bei Simply geht über das Internet über die persönliche Servicewelt. Außerdem kann der Kunde einen Brief an die Drillisch-Marke senden oder anrufen unter 06181-7083094. Es gilt: Eine Kündigung ist nur dann möglich, wenn die Datenautomatik kein fester Tarifbestandteil ist. Es fallen je 100 MB Zusatzkosten in Höhe von 2 Euro an. Drei Mal im Monat kann der Anbieter automatisch Volumen nachbuchen.
Will der Kunde die Datenautomatik deaktivieren bei PremiumSIM, einem Angebot von Drillisch, so muss er sich zunächst davon überzeugen, ob diese ein fester Tarifbestandteil ist. Sollte dies nicht der Fall sein, kann sie online in der persönlichen Servicewelt, schriftlich oder telefonisch (Hotline: 06181-7083074) gekündigt werden. Erfolgt keine Kündigung, sorgt die Datenautomatik pro 100 MB für 2 Euro Extrakosten. Bis zu drei Mal im Monat kann automatisch Volumen nachgebucht werden.
Das Datenautomatik deaktivieren ist bei winSIM lediglich noch mit älteren Tarifen möglich. Wer einen neueren Tarif bucht, der muss davon ausgehen, dass die Datenautomatik fester Vertragsbestandteil ist. Handelt es sich also um einen Alttarif, kann die Kündigung online über die persönliche Servicewelt der Drillisch-Marke, auf schriftlichem Weg oder per Telefon (06181-7083094) erfolgen. Die möglichen Folgekosten bei einer Nutzung der Datenautomatik betragen 2 Euro pro 100 MB. WinSIM kann bis zu drei Mal jeden Monat nachbuchen.

Yourfone ist eine der vielen Marken von Drillisch. Bei neueren Verträgen ist eine Kündigung der Datenautomatik bei diesem Anbieter leider nicht mehr möglich. Handelt es sich jedoch noch um einen älteren Vertrag, so kann der Kunde eine Kündigung versuchen und sollte dies auch tun, sofern Zusatzkosten von 2 Euro je 100 MB vermieden werden sollen. Dazu gilt es sich in die persönliche Servicewelt im Netz einzuloggen, ein Kündigungsschreiben per Post abzuschicken oder bei der Hotline anzurufen (06181-7083083). Wird nicht gekündigt, nimmt der Provider sich das Recht heraus, bis zu drei Mal pro Monat Volumen nachzubuchen.
Selbst beim Premiumanbieter Vodafone gibt es eine Datenautomatik. Sie wird hier als „SpeedGo“ bezeichnet. Je nach Tarif fallen die zusätzlich anfallenden Kosten für die automatische Volumennachbuchung unterschiedlich aus. So werden in den Smart-Tarifen sowie einigen Super Flat-Internet-Tarifen bis zu drei Mal im Monat 100 MB für jeweils 2 Euro nachgebucht. In allen Red-Tarifen sowie einigen Super Flat Internet-Tarifen hingegen sind es 250 MB pro Nachbuchung, die jeweils 3 Euro extra kosten. Bevor nachgebucht wird, schickt Vodafone eine SMS, auf die mit dem Wort „Langsam“ geantwortet werden kann, sofern kein zusätzliches Highspeed-Volumen gewünscht wird. Eine gänzliche Kündigung der Vodafone Datenautomatik sollte auf Nachfrage zumindest möglich sein. Der Kunde sollte sich dazu am besten an die Vodafone Hotline wenden und dort mit Nachdruck auf der Abschaltung bestehen. Die Hotline ist unter 0800-1721212 zu erreichen – oder über die 1212 im Mobilfunknetz des Anbieters.
Besonders komplex stellt sich die Datenautomatik bei BASE dar. Hier gibt es verschiedene Varianten. So können entweder zusätzliche Datenpakete mit einem Volumen bis zu 250 MB zu 1,50 je 50 MB, mit 500 MB bis 2 GB zu 2 Euro je 100 MB oder ab 5 GB für 5 Euro je 750 MB nachgebucht werden. Dies ist – wie bei den anderen Anbietern – bis zu drei Mal im Monat möglich. Wer in drei aufeinander folgenden Monaten immer drei Mal das zusätzliche Datenvolumen verbraucht, wird von BASE in den nächsthöheren – und damit auch teureren – Tarif eingestuft. Sollte der Kunde dies nicht wünschen, so ist ein Widerspruch via Hotline erforderlich. Diese ist unter 127-1400 immerhin kostenlos aus dem BASE Netz erreichbar. Aus dem Festnetz muss die 0177-1271400 gewählt werden. Für das Gespräch fallen die gleichen Kosten wie für einen normalen Anruf ins BASE Netz an.
o2 hat in Sachen Datenautomatik neuerdings ein wenig umgedacht. So wurden die o2 Free-Tarife ins Programm genommen, bei denen es eine solche Automatik in der bekannten Form nicht mehr gibt. Stattdessen erfolgt hier eine Drosselung des Surfvolumens nach dem Verbrauchen des Inklusivvolumens auf 1 Mbit/s. Damit lässt es sich zumindest deutlich angenehmer weitersurfen als bei vielen anderen Drosselungen. Wer noch einen älteren o2 Tarif gebucht hat, bei dem stellen sich die Zusatzkosten im Rahmen der Datenautomatik folgendermaßen dar: In den Tarifen o2 Blue Basic, Smart sowie All-in S fallen 2 Euro je 100 MB an, in den Tarifen o2 Blue All-in M und L sind es 3 Euro für 250 MB. Wer einen der Tarife o2 Blue All-in XL oder Premium gebucht hat, bezahlt 5 Euro für 750 MB. Bis zu drei Mal im Monat können diese zusätzlichen Datenpakete vom Provider nachgebucht werden. Wird dies nicht gewünscht, sollte man die o2 Datenautomatik deaktivieren. Dies geht telefonisch (Hotline 55222 kostenlos aus dem o2 Netz oder 089-787979400 aus dem deutschen Festnetz) oder online auf der o2-Website im Bereich „Mein o2“.

Quelle: Rawpixel.com – 485670106 / Shutterstock.com

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